24.04.2026
Die ökologische Sanierung des denkmalgeschützten Gärtnerhauses durch das Staatliche Bauamt Passau macht stetige Fortschritte. Zu den großen Meilensteinen gehören unter anderem der statisch ergänzte historische Dachstuhl, der Aufzugschacht aus Holz und der Neubau des ehemaligen Stadls in Holzbauweise. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert soll in Zukunft das NAWAREUM um Ausstellungsfläche, Büro- und museumspädagogische Räume ergänzen.
Die ökologische Sanierung des denkmalgeschützten Gärtnerhauses durch das Staatliche Bauamt Passau macht stetige Fortschritte. Zu den großen Meilensteinen gehören unter anderem der statisch ergänzte historische Dachstuhl, der Aufzugschacht aus Holz und der Neubau des ehemaligen Stadls in Holzbauweise. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert soll in Zukunft das NAWAREUM um Ausstellungsfläche, Büro- und museumspädagogische Räume ergänzen. © Staatliches Bauamt Passau / Süß

Gärtnerhaus-Sanierung: Ökologie und Denkmalschutz im Einklang

Bei der Sanierung des ehemaligen Gärtnerhauses in der Schulgasse wird deutlich, dass sich ökologische Bauweise und Denkmalschutz erfolgreich verbinden lassen. Das historische Gebäude, dessen älteste Teile bis ins Jahr 1790 zurückreichen, ist ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges, ökologisches Bauen und Sanieren im öffentlichen Bereich.

Der Stampflehmboden im Werkraum entsteht in mehreren Schichten.
© Staatliches Bauamt Passau / Süß

Der Baustoff Lehm spielt bei der Sanierung eine zentrale Rolle. Dieser findet sich zum einen in den bauzeitlichen Lehmwickelputzdecken, die in einem Raum sogar unverputzt zu bestaunen sind. Lehm wird aber auch bei der aktuellen Sanierung verbaut – in den Stampflehmwänden, die im vergangenen Jahr eingehoben wurden, im Lehmputz an den Innenwänden und im Bodenbelag aus Stampflehm im Werkraum.

Blick auf einen Teil der bauzeitlichen Lehmwickelputzdecken.
© Staatliches Bauamt Passau / Süß

Lehm ist einer der ältesten Baustoffe weltweit. Neben seinen bauphysikalischen Vorteilen - etwa als Wärmespeicher und zur Regulierung der Raumluft - punktet er auch durch seine Umweltfreundlichkeit und Wiederverwendbarkeit. Zwei Gesichtspunkte, die bei der Sanierung des Gärtnerhauses eine große Rolle spielen: Nach dem denkmalgerechten Umbau soll das Gebäude, das zum NAWAREUM gehört, als Anschauungsobjekt dienen und zeigen, wie klimaorientiertes Bauen im Bestand gelingen kann. Dazu gehört die Verwendung nachwachsender Rohstoffe etwa bei der Dachdämmung aus Zellulose, einer Schüttung aus zementgebundener Holzfaser oder Wandfliesen aus Recycling-Material.

Parallel zur Sanierung wird eine lebenszyklusbasierte Öko-Bilanzierung (auch „Life Cycle Assessment“ oder LCA genannt) durch die TU München durchgeführt. Bei dieser Methode werden die Umweltauswirkungen aller verbauten Materialien auf ihrem gesamten Lebensweg untersucht - von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Transport bis zur Nutzung und zuletzt Entsorgung oder Recycling.

Neben der nachhaltigen Instandsetzung spielt auch der denkmalgerechte Umbau des historischen Gebäudes eine große Rolle. So weit möglich wird die Bausubstanz erhalten, etwa indem ein neuer tragender Dachstuhl über dem historischen Dachstuhl gebaut wurde. Auch bei der Photovoltaikanlage - wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Sanierung - wurde auf den Denkmalschutz geachtet: Die PV-Platten wurden nicht auf die Dachdeckung aufgesetzt, sondern integriert. Farblich wurden die Platten möglichst nah an die Biberschwanzdeckung angepasst.

Blick in das Dachgeschoss mit dem mit Holz umbauten Aufzug.
Blick in das Dachgeschoss mit dem mit Holz umbauten Aufzug. © Staatliches Bauamt Passau / Süß