PRESSEMITTEILUNG 13/2026

Passau, den 11.03.26

Felssicherung verhindert schlimme Folgen: Staatliches Bauamt reagiert auf Felssturz an der B 388

Lose Felsen, instabile Hänge und Steinschlag sind im Bayerischen Wald Teil der natürlichen Landschaftsdynamik. Das birgt erhebliche Gefahren für Verkehrsteilnehmer. Das Staatliche Bauamt Passau investiert deshalb kontinuierlich in Felssicherungsmaßnahmen entlang der Bundes- und Staatsstraßen. Dazu gehört auch eine gezielte Felsberäumung an der B 388 zwischen Kernmühle und Erlau: Ab 16. bis voraussichtlich 20. März wird die Straße in diesem Bereich täglich von 8 bis 16 Uhr für den Verkehr gesperrt.

In den kommenden Wochen und Monaten werden im gesamten Amtsgebiet verstärkt Felsberäumungen an Straßenböschungen stattfinden. Damit reagiert das Staatliche Bauamt auch auf mehrere Felsabgänge und Steinschläge in den vergangenen Wochen:

 

An der St 2319 bei Hundsruck entdeckten die zuständigen Mitarbeiter des Bauamts bei einer Routinekontrolle einen massiven Felsblock, der von den erst vor wenigen Jahren errichteten Sicherungsanlagen aufgefangen wurde. Ohne diese Anlagen wäre der Brocken direkt auf die darunter verlaufende Staatsstraße gestürzt – mit potenziell dramatischen Folgen für den Verkehr.

 

An der B 388 zwischen Kernmühle und Edlhof löste sich kürzlich ein größerer Gesteinsbrocken aus dem Hang. Er überflog den angrenzenden Bahndamm, schlug mit großer Wucht auf der Bundesstraße ein und kam schließlich auf dem Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg zum Liegen. Dass sich in diesem Moment kein Fahrzeug auf der Straße befand, war reines Glück.
Der betroffene Abschnitt ist Teil des Projekts „Felssicherung Donauleiten B 388“, bei dem in den kommenden Jahren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen umgesetzt werden. Dieser Felssturz zeigt zudem, warum in diesem Bereich aktuell eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h gilt. Sollte Gestein auf der Fahrbahn liegen bleiben, können Verkehrsteilnehmer bei geringerer Geschwindigkeit früher reagieren und ihr Fahrzeug rechtzeitig zum Stillstand bringen. Bei Tempo 100 wäre der Bremsweg deutlich länger und das Risiko entsprechend höher.

 

Steinschläge, Murenabgänge, Erdfälle, Felsstürze oder Rutschungen sind natürliche Folgen der fortschreitenden Gesteinsverwitterung. Diese Prozesse werden durch den Klimawandel zusätzlich verstärkt. Besonders problematisch sind sogenannte Frost-Tau-Wechsel im Winter. Dabei dringt Wasser in kleinste Risse im Gestein ein, gefriert, taut wieder auf und gefriert erneut. Durch diese wiederholte Ausdehnung lockert sich das Gestein, Felsstücke können sich lösen.

 

Am Staatlichen Bauamt Passau koordiniert die Abteilung Konstruktiver Ingenieur- und Brückenbau die Sicherung gefährdeter Straßenabschnitte. Besonders die steilen Felshänge im Donautal werden regelmäßig kontrolliert. Wo erforderlich, werden Böschungen gezielt beräumt. Dabei entfernen speziell geschulte Facharbeiter lose Felsblöcke und instabiles Material. Auch Bäume und Sträucher werden regelmäßig zurückgeschnitten, da ihre Wurzeln das Gestein aufsprengen und so neue Instabilitäten entstehen können.

 

Auf Grundlage dieser Kontrollen wird auch entschieden, wo zusätzliche Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind. Dazu zählen Steinschlagschutznetze, Schutz­zäune, Bodenvernagelungen oder Felsverankerungen, die verhindern sollen, dass Gestein auf die Fahrbahn gelangt. Die Planung solcher Maßnahmen ist technisch anspruchsvoll. Neben der Verkehrssicherheit müssen dabei auch umfangreiche naturschutzfachliche und naturschutzrechtliche Anforderungen berücksichtigt werden.

Die aktuellen Ereignisse machen deutlich: Viele dieser Sicherungsanlagen bleiben im Alltag unbemerkt. Doch im entscheidenden Moment können sie möglicherweise das Schlimmste verhindern.

 

Tagesaktuelle Informationen zu Straßensperrungen und Umleitungen finden Sie unter www.bayerninfo.de

 

Anlagen (© Staatliches Bauamt Passau):

Fels1: Ein massiver Felsblock wurde glücklicherweise von den Sicherungsanlagen aufgefangen, ehe er auf die darunter verlaufende Staatsstraße stürzen konnte.

Fels2: An der B 388 löste sich ein Gesteinsbrocken, flog über den Bahndamm auf die Straße und blieb im Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg liegen.