PRESSEMITTEILUNG 59/2026

Passau, den 16.06.26

„Einzigartig“: Fingerabdrücke für den Neubau der Polizeiinspektion Simbach am Inn

Seit dem Jahr 1903 werden in Deutschland Fingerabdrücke genommen, wenn Polizisten nach Tätern fahnden. Dieses alltägliche und doch besondere Arbeitsmittel der Polizei hat die Künstlerin Maria Maier aus Köfering bei Regensburg in ihrem Beitrag zu „Kunst am Bau“ mit der Polizeiarbeit am Fluss Inn in Verbindung gebracht. Damit überzeugte sie das Gremium im Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung des Neubaus der Polizeiinspektion Simbach am Inn, den das Staatliche Bauamt Passau nun abgeschlossen hat. Das Gutachtergremium wählte in einem anonymen Wettbewerbsverfahren aus neun eingereichten Arbeiten den Entwurf der Künstlerin zur Realisierung aus.

Der Entwurf von Maria Maier trägt den Titel „Einzigartig“. Das Kunstwerk zeigt abstrahierte Fingerabdrücke auf neun kreisförmigen Glaselementen, die die Zuständigkeitsbereiche der  Polizeiinspektion Simbach am Inn symbolisieren, überlagert von dynamischen blauen Linien als Hinweis auf Blaulichteinsätze und den Inn mit seinen Nebenflüssen. Die jeweils 10 mm dicken Glaselemente werden mit aufgebrachten keramischen Schmelzfarben bei hoher Hitze zu Einscheibensicherheitsglas verarbeitet, was eine hohe künstlerische Qualität verspricht.

Unter dem Vorsitz des Künstlers Hubert Huber aus Fürstenzell, 1. Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Niederbayern, beurteilte das Gutachtergremium die eingereichten Entwürfe in einem anonymen Wettbewerbsverfahren. Im Gremium waren auch der Künstler Georg Tassev, 1. Vorsitzender BBK Niederbayern/Oberpfalz, Regierungsdirektorin Ellen Wagner vom Polizeipräsidium Niederbayern, Erster Polizeihauptkommissar Michael Diem, Leiter der PI Simbach, Ministerialrätin Ulrike Mannhart, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Ltd. Baudirektor Bernhard Kohl, Regierung von Niederbayern, Klaus Schmid, 1. Bürgermeister der Stadt Simbach am Inn, Architekt Oliver Dersch vom mit der Planung beauftragten Büro Schmidt-Schicketanz Planer GmbH, vom Staatlichen Bauamt Passau Leitender Baudirektor Norbert Sterl sowie Baudirektor Gerald Escherich vertreten.

Angesichts der vielen Wettbewerbsvorschläge fiel die Entscheidung nicht leicht, letztlich überzeugte der Entwurf von Maria Maier mit seiner eindrucksvollen künstlerischen Qualität, hoher Identitätswirkung sowie fundierter technischer Umsetzbarkeit. „Der Siegerentwurf bereichert den Neubau der Polizeiinspektion Simbach am Inn mit einem nachhaltig wirksamen Kunstwerk“, heißt es in der Würdigung des ausgewählten Wettbewerbsbeitrags.

Das Gutachtergremium sah in der abstrakten Auseinandersetzung mit täglicher Polizeiarbeit, Blaulichteinsätzen und dem Leben am Fluss eine prägnante nachvollziehbare Symbolik, die dem Betrachter die Funktion des Gebäudes sowie seiner Nutzer nahebringt. Das Kunstobjekt fügt sich dabei harmonisch in die Architektur des großzügigen Treppenraums.

„Ich freue mich sehr auf die Ausführung dieser sehr interessanten künstlerischen Arbeit. Durch die scheinbar schwebende Position vor der Innenwald sind interessante Lichteffekte, Reflexionen und Schattenwirkung zu erwarten“, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern, Hubert Huber, der die Gutachtersitzung als Vorsitzender leitete.

„Dieses Kunstwerk beeindruckt aus verschiedenen Perspektiven und es bietet Potential für eine dauerhafte Auseinandersetzung. Durch das Zusammenspiel sich überlagernder Linien, Licht und Schatten entsteht Dynamik, zugleich erinnern die blauen Linien als Symbol für Wasser an die Springflut 2016, die den Neubau des Gebäudes notwendig gemacht hat“, ergänzt Norbert Sterl, der Behördenleiter des Staatlichen Bauamts Passau.

Polizeihauptkommissar Michael Diem, der Leiter der PI Simbach, hebt die identitätsstiftenden Eigenschaften des Kunstwerks hervor: „Die Daktyloskopie (Sicherung von Fingerabdrücken) ist ein zentrales Thema der täglichen Polizeiarbeit. Durch die Beschäftigung damit schafft das Kunstwerk einen prägnanten Bezug zu den Menschen in diesem neuen Gebäude.“

Die Arbeit von Maria Maier wurde vom Gutachtergremium einstimmig zur Realisierung empfohlen. Das Staatliche Bauamt Passau wird die Künstlerin mit der Ausführung des Kunstobjektes beauftragen, für das der Freistaat Bayern rund 50.000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

Acht weitere Künstler hatten am Wettbewerb teilgenommen: Simone Hamann aus München, Iris Nitzl aus Landshut, Stefan Meisl aus Thyrnau, Gloria Sogl aus Nürnberg, Peter Weidl aus Wittibreut, Gerhard Mayer aus Nürnberg und Annegret Hoch aus München, hatten Entwürfe eingereicht und dabei die Wettbewerbsaufgabe mit hoher Qualität in vielfältigen Gestaltungsideen umgesetzt.

Gruppenbild (@ Staatliches Bauamt Passau / Süß)
Im Treppenhaus, in dem das Kunstwerk umgesetzt werden soll, präsentierten Künstler Hubert Huber (vorne, v.l.),  Erster Polizeihauptkommissar Michael Diem, Ltd. Baudirektor Norbert Sterl, Staatliches Bauamt Passau, Künstler Georg Tassev, Ministerialrätin Ulrike Mannhart, Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, sowie (hinten, v.l.) Leitende Regierungsdirektorin Ellen Wagner vom Polizeipräsidium Niederbayern, Baudirektor Gerald Escherich vom Staatlichen Bauamt Passau, Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid, Ltd. Baudirektor Bernhard Kohl, Regierung von Niederbayern, Bauoberrat Peter Hellauer, Staatliches Bauamt Passau, und Architekt Oliver Dersch vom Architekturbüro Schmidt-Schicketanz, den Siegerentwurf.