PRESSEMITTEILUNG 66/2026
Passau, den 26.06.26E-Lkw im Praxistest: Straßenmeisterei Deggendorf sammelt Erfahrungen für Bundesprojekt
Im Rahmen eines vom Bund finanzierten Pilotprojekts testet die Straßenmeisterei Deggendorf seit Herbst 2024 einen E-Lkw im Betriebsdienst. Am Samstag präsentierte das Staatliche Bauamt Passau das Fahrzeug auf Einladung der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) bei deren Tag der offenen Tür in Bergisch Gladbach. Dabei informierte sich auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder über die Erfahrungen mit dem Fahrzeug, das im Sommer- wie im Winterdienst im Landkreis Deggendorf unterwegs ist.
Eine niederbayerische Straßenmeisterei als Aussteller bei einem Tag der offenen Tür in Nordrhein-Westfalen – darüber staunten viele Besucherinnen und Besucher, wenn sie den Lkw entdeckten. Auch der Rundgang von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder führte zu dem Fahrzeug mit der auffälligen Beschriftung „electric“ über der Frontscheibe, wo er sich zu Reichweite und Einsatzfähigkeit erkundigte. Die im Rahmen des Pilotprojekts gesammelten Erfahrungen sollen Aufschluss über die Praxistauglichkeit batterieelektrischer Lkw im Straßenbetriebsdienst geben.
Der dreiachsige Lkw auf Volvo Fahrgestell ist mit verschiedenen Anbaugeräten wie z.B. Kran, Streugeräten, Pflug, Holz- und Seitenkippcontainer sowie Leitpfosten- und Schilderwaschgerät ausgestattet und damit vielseitig einsetzbar. „Vor allem im Tunnelbetrieb schätzen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei den geräuscharmen und emissionsfreien Betrieb des Fahrzeugs“, erklärte Christian Ritzinger, Leiter des Sachgebiets Betriebsdienst am Staatlichen Bauamt Passau, der zusammen mit den Kfz-Meistern Josef Bernkopf, zuständig für Fahrzeug- und Gerätebeschaffung im Sachgebiet Betriebsdienst, und Christoph Billmaier vom Gerätehof Deggendorf über die Vor- und Nachteile des Fahrzeugs informierte.
Nach den bisherigen Erfahrungen reicht die Reichweite im Sommer für etwa 300 bis 400 Kilometer; geladen wird das Fahrzeug über Nacht in der Straßenmeisterei, die dafür mit passender Ladeinfrastruktur ausgestattet wurde. Dazu gehört auch eine HPC-Ladesäule für schnelles Laden. Die Tests im Winterdienst zeigen noch Grenzen. „Für vorbeugendes Streuen ist der E-Lkw gut geeignet. Bei starkem Schneefall reicht die Kapazität für zwei Räum- und Streuschleifen mit maximal halbstündiger Pause zum Laden von Salz, Sole und Strom“, so Ritzinger. Nach dem zweiten Umlauf – ein Umlauf dauert je nach Strecke etwa zwei bis drei Stunden – benötigt der Lkw eine längere Ladezeit von ca. zwei Stunden.
Im Rahmen des Pilotprojekts werden Betriebskosten, Reichweite, Einsatzmöglichkeiten, Umweltwirkungen, Arbeitsbedingungen und Infrastrukturbedarf ermittelt. Die Ergebnisse sollen helfen zu beurteilen, ob und unter welchen Bedingungen batterieelektrische Lkw eine Alternative zu konventionellen Fahrzeugen im Straßenbetriebsdienst darstellen.
Damit passt das Projekt gut zum Profil der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, die sich als Fachinstitut für die Bundesregierung mit Forschung, Prüfung und Beratung rund um Straßenverkehr und Straßeninfrastruktur befasst. Sie feierte am Samstag ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Rund 2.500 Besucherinnen und Besucher informierten sich an 75 Ständen zu Themen wie Straßen und Brückenbau, Verkehrssicherheit sowie zur Zusammenarbeit verschiedener Organisationen. Besucher konnten unter anderem Labor und Versuchshallen besichtigen sowie praktische Vorführungen und Simulatoren ausprobieren.
Anlage (© Foto: Staatliches Bauamt Passau / Süß)
Bei seinem Rundgang über das Ausstellungsgelände informierte sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (rechts) auch über den E-Lkw des Staatlichen Bauamts Passau, der in der Straßenmeisterei Deggendorf im Einsatz getestet wird. Über die Einsatzmöglichkeiten informierte ihn Christian Ritzinger, Sachgebietsleiter Betriebsdienst am Staatlichen Bauamt Passau.
